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Ausstellung Walter-Gropius-Schule

Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellungseröffnung in die Walter-Gropius-Schule in Erfurt

(Binderslebener Landstraße 162, 99092 Erfurt)

am Donnerstag, den 11. November um 14.00 Uhr.

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Sárospatak 25.01.2010

 

13arpad_Vezer_Gym25012010Ausstellungseröffnung EUROPÄISCHES FORUM. JUNGE LEUTE. HEUTE

Sárospatak, Àrpad Vézer Gymnasium 25.01.2010

 

Direktor Àrpad Vézer Gymnasium - Tóth Tamás

 

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Grußwort der Ministerpräsidentin Thüringens, Christine Lieberknecht

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Hörcsik,
sehr geehrter Herr Tóth,
sehr geehrte Frau Szatmariné Tóth Pál,
sehr geehrte Frau Dr. Szábo,
sehr geehrter Herr Pfarrer Kuklay
sehr geehrte Frau Dr. Dankó,
sehr geehrte Frau Karacz,
sehr geehrter Herr Bálint,
sehr geehrtes Lehrerkollegium, liebe Schülerinnen und Schüler,

die heutige Ausstellungseröffnung an Ihrem Árpad-Vézer-Gymnasium in Sárospatak, soll der Auftakt sein für das Projekt „Vom SINN des Lebens“, ein Projekt der Maria Pawlowna Gesellschaft e.V. in Thüringen. Es setzt sich gegen Gewalt ein, für gelingende Kommunikation und wirbt für Selbstfindung und Toleranz. Es möchte Sie, liebe Schülerinnen und Schüler, anregen, sich eingehend mit der Frage auseinander zu setzen: Wozu lebe ich? Was ist meine Aufgabe in dieser Welt?
Die Männer, die sie heute in der Ausstellung kennen lernen - manche kennen Sie schon, denn sie kommen aus Ihrer Stadt -, haben sich zu dieser Frage, die Wolfgang Knappe, der Projektleiter, stellte, zu Wort gemeldet. Aber auch Frauen haben sich geäußert, besonders zu der Frage, was der "Mann von heute" ihrer Meinung nach darstellen sollte. Vor dem Problem, worin Sinn des Lebens besteht, stand auch die ungarische Königstochter Elisabeth, die nach ihrem frühen Tode heilig gesprochen wurde und deren Entscheidungen und Handlungen uns noch heute nachhaltig beeindrucken. Elisabeth kam, gerade einmal vier Jahre alt, nach Thüringen, um dort auf die Rolle als Landgräfin, also einer Herrscherin vorbereitet zu werden. Sie spielte nicht lange mit, sondern suchte nach dem Tod ihres Mannes selbst nach dem, was man den Sinn des Lebens nennt. Sie entschied sich für das Dienen. Sie wurde angesichts des Elends in ihrer Zeit zur barmherzigen Helferin. Sie pflegte Arme und Kranke. Sie unterstützte Bedürftige allen Widerständen ihrer Verwandtschaft zum Trotz.
Diese Haltung zieht, das haben wir von den Frauen und Männern, die unsere Ausstellungen besuchten, erfahren, mehr Menschen in ihren Bann, als man dies in unserer ichorientierten Gesellschaft erwarten darf. Elisabeths Ethik und ihr Glaube verbindet Menschen, arme und reiche, gesunde und kranke, gebildete und weniger gebildete. Elisabeths Ethik baut Brücken, deren Pfeiler aus beziehungsreicher Güte bestehen. Beispiele gibt es viele, unter anderem die Beziehungen zwischen Eisenach und Sárospatak, der Internationale Freundeskreis Heilige Elisabeth und die musikalischen Begegnungen der Musikschule "Ottmar Gerster" mit der Kunst- und Musikschule "Farkas Ferenc".

Der 9. November ist für Deutsche ein Datum, das vielfältige und zwiespältige Erinnerungen hervorruft. Ich möchte in gebotener Kürze auf drei Ereignisse hinweisen. Am 9. November 1804 traf die russische Großfürstin Maria Pawlowna in Weimar ein. Weimar war damals Residenzstadt. Die russische Zarentochter wirkte in Thüringen 55 Jahre segensreich zunächst als Erbherzogin, später als Großherzogin. Sie setzte sich für Bildung und Ausbildung auch von Kindern einfacher Leute ein, sorgte für das soziale Wohl im Lande und engagierte sich für die Künste
.
Der 9. November ist für uns Deutsche ein Datum tiefer Scham. In dieser Nacht setzten in Deutschland SA und SS in einem gesteuerten Pogrom beinahe alle Synagogen in Brand, zertrümmerten Schaufenster jüdischer Geschäfte, demolierten Wohnungen jüdischer Mitbürger und verschleppten mehr als 30.000 männliche Juden in Konzentrationslager. Das war der Anfang des Holocoust, ein antisemitischer Völkermord, der in der Geschichte der Menschheit beispiellos ist.

Das dritte Ereignis, auf das ich verweisen möchte, liegt gerade 20 Jahre zurück. Am 9. November 1989 wurde in Berlin die "Mauer" geöffnet, die Deutschland 40 Jahre lang brutal getrennt hatte. Deutschland ist Ungarn zu großem Dank verpflichtet. Ihre Regierung hat 1989 als erste die unheilvolle Grenze zwischen Ost und West niedergerissen und damit die Voraussetzungen für eine friedliche Entwicklung in Europa geschaffen. Diese Tatsache wird unvergesslich bleiben.

An dieser Stelle erinnere ich mich mit Dankbarkeit an die Ausstellung KUNST als BRÜCKE Lajos Kassák - Sandor Bortnyik - Gyula Pap, die Ende Juli 2004 über Berlin und Eger zu Ihnen auf die Rákócziburg kam.

Brücken bauen, das ist eine wichtige Aufgabe unserer Zeit. Dieser Ruf erreicht heute Sie, liebe Schülerinnen und Schüler. Ihnen wünsche ich bei der Realisierung Ihrer eigenen Projekte interessante Einsichten und tiefe nachhaltige Erfahrungen, Von Herzen danke ich allen, die diese Ausstellung vorbereitet haben und die das Projekt zur Gewaltprävention in Gang setzten.


Christine Lieberknecht,
Schirmherrin und Vorsitzende des Kuratoriums der Maria Pawlowna Gesellschaft e.V.

 

 


 

Schreiben des Präsidenten der Maria Pawlowna Gesellschaft e.V. an Herrn Tóth


Árpad Vézer Gymnasium Sárospatak
Direktor Herrn Tóth Tamás

Lieber Herr Tóth,

ich mőchte Ihnen, den 12 Schülerinnen und Schülern, dem Projektleiter vor Ort, Csaba, und der Fotografin, Döra,
sehr herzlich für die wunderbaren Ergebnisse danken.
Am 9. November 2009 haben Sie das Projekt gegen Gewalt, für die Verbesserung der Kommunikation, fűr Toleranz und fűr das Bauen von Brücken zwischen den Menschen begonnen. Die heutige Konferenz an Ihrer Schule im Anschluss an die Projektpräsentation hat u. a. zutage gebracht, woran es mangelt: „Die Menschen reden nicht miteinander, in einer Weise, einander verstehen zu wollen.” Dieser Satz, den die in Berlin lebende Sozialpsychologin Dr. Marion Bönsch-Kauke schon vor 35 Jahren bei ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Partner- bzw. Paarbeziehungen heraus fand, ist nach wie vor – leider – aktuell.
Das Projekt EUROPÄISCHES FORUM. JUNGE LEUTE. Heute…, das aus Thűringen auch nach Sóaropatak kam, provoziert die Teilnehmer, von sich zu erzählen. Und plötzlich stellen die jungen Leute fest, dass sie dazu gewinnen, wenn sie űber sich erzählen kőnnen, über das, was sie denken, was sie fühlen, was sie im Leben wollen. Und sie haben festgestellt, dass es interessant ist, von dem Mitschüler zu erfahren, was er  bzw. sie denken und was deren Sinn des Lebens ausmacht. Plötzlich, aber wie sollte es auch anders sein, sprühen die Gedanken, wie man z. B. eine Ausstellung gestaltet und was man schließlich damit anfangen kann. z. B. die Ausstellung an die Partnerschulen bringen oder 2011 die Ausstellung in der Partnerstadt Eisenach zeigen. Das macht besonderen Sinn als im Jahre 1211 die kleine Kőnigstochter von Sárospatak nach Eisenach kam. Nun wird auch die Geschichte der heiligen Elisabeth interessant. Pfarrer Kuklay Antal hat in der Konferenz viel űber Elisabeth gesprochen. Und űber die Kraft, die von ihr ausgeht. Vor drei Jahren noch war das St. Erzsébethaus eine Ruine. Und heute? Es ist wie ein Wunder: Das St. Elisabethhaus hat sich beinahe in ein Schloss verwandelt. Es sind nur wenige Anmerkungen, die ich zu dem Projektverlauf und zu den Ergebnissen hier geäußert habe. Aber es gibt viel mehr zu berichten, besser noch, zu tun, nämlich:
eine CD von der Ausstellung anfertigen,
eine Ausgabe der Schülerzeitung dem Projekt widmen,
einen Katalog herstellen,
die Ausstellung ins Internet stellen
die Ausstellung als Brücke zu den Partnerschulen, z.B. nach Eisenach und an andere Orte bringen
und die Partnerschulen animieren, sich ebenfalls diesem Projekt zu widmen.
Auf diese Weise wird das bereits in acht Ländern verortete Projekt – Kroation, Rumänien, Ukraine, Slowakai, Ungarn, Polen, Ősterreich und Deutschland – also das Netzwerk erweitert und die anvisierten Effekte des Projekt - im Kern die Gewaltprävention -  verstärkt und verbreitert.
Ich danke allen, die an diesem Projekt mit getan haben.

Wolfgang Knappe
Autor des Projekts und Gesamtleitung

 

 


 

Grußwort zur Ausstellungseröffnung
EUROPÄISCHES FORUM. MÄNNER HEUTE. Mensch bleiben…
am Reformierten Gymnasium in Sárospatak am 23. November 2009


Sehr geehrte Frau Direktorin Szatmariné Tóth-Pál,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Hörczik,
sehr geehrter Herr Tóth,
sehr geehrte Frau Dr. Szabó,
sehr geehrter Herr Pfarrer Kuklay,
sehr geehrter Herr Pfarrer Kecskés,
sehr geehrter Herr Bálint,
liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Gäste,

Vor 14 Tagen wurde die Ausstellung „EUROPÄISCHES FORUM. MÄNNER HEUTE. Mensch bleiben…“ eröffnet. Unsere heutige Ausstellungseröffnung am Reformierten Gymnasium in Sárospatak sehen wir als Brückenschlag zum  Árpad Vézer Gymnasium. Beide Schulen liegen im Geburtsort der heiligen Elisabeth.

Diese Ausstellung signalisiert den Start zu einem neuen Projekt mit dem Titel: „EUROPÄISCHES FORUM. JUNGE LEUTE, heute“. Unsere Ausstellungsprojekte folgen einer bestimmten Systematik. In Eger und Sárospatak thematisierten wir die Frage nach dem Sinn des Lebens. In den zurückliegenden Jahren wurden nun Frauen und Männer interviewt mit dem Ziel herauszufinden, nach welchem Lebensgrundsatz oder Lebensmotto der Mensch heute lebt.

Wir begegnen einer Reihe von Männern, die sich vorgenommen haben, menschlich zu handeln und Mensch zu bleiben, auch wenn Geld und Karriere dazu verlocken, das Humanum nicht so genau in den Blick zu nehmen. Jeder Mensch aber, der über ein Gewissen verfügt, weiß: Mensch bleiben heißt, im Leben einen Sinn zu erkennen. Liegt dieser Sinn im sozialen Aufstieg und im Wohlstand? Liegt er in der Arbeit als Schüler oder Erwachsener? Oder in der Gesundheit, die wir uns alle auf ewig wünschen?
Liegt der Sinn des Lebens in immer neuen Erlebnisangeboten wie Mode und Spaß oder in Comedy, Freizeit Weltreisen oder Sport? Liegt der Sinn des Lebens vielleicht im süßen Nichtstun? Nein, all diese schönen Dinge kann unser Humanum nicht ausmachen. Aber nach welchen Maßstäben sollen wir Menschen unser Leben gestalten? Vielleicht hilft uns die Goldene Regel: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füge keinem andern zu“?

Auch Elisabeth, die ungarische Königstochter, die als vierjähriges Kind nach Thüringen kam, fragte sich nach den Leitlinien ihres Lebens. Es waren in erster Linie Solidarität, Gewaltlosigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben, auch wenn fürstliche Reichtümer im damals mächtigen Thüringen allerlei Verlockungen bereit hielten. Elisabeth wandte sich in ihrer Gottes- und Menschenliebe den Bedürftigsten zu und pflegte die Armen, Kranken und Sterbenden. Die Kraft dazu nahm sie aus ihrem christlichen Glauben.

Wolfgang Knappe, der Initiator dieser Ausstellung machte sich vor mehr als sechs Jahren nach einem Besuch bei Bálint Béla, Ihrem Musikschuldirektor, bei Dr. Szabó Iren, dem Vorsitzenden der Historischen Gesellschaft Heilige Elisabeth, und bei Herrn Pfarrer Kuklay mit der Fotografin Susanne Kloiber auf den Weg durch acht europäische Länder. Sie trafen Frauen und Männer, die uns Hoffnungsvolles zu der immer aktuellen Frage mitteilen wollen: Warum bin ich auf der Welt? Was will ich für mich und andere erreichen? Wie stehe ich zu Menschen aus fremden Kulturen?

Herzlich danke ich allen, die diese Ausstellung ermöglicht und zu weiterem Nachdenken angeregt haben.

Christine Lieberknecht
Schirmherrin und Vorsitzende des Kuratoriums der Maria Pawlowna Gesellschaft e.V.